Mit einem 12 Hektar großen Platz an einem See in einem Wald im Landschaftsschutzgebiet glauben wir,
dass es genug Raum gibt, verschiedene Lebensmodelle miteinander und nebeneinander ausprobieren zu können.
Dabei wollen wir im Dialog miteinander, mit den Nachbarn und mit der Umwelt für alle Beteiligten
gute Lösungen finden.
Daran arbeiten wir bereits intensiv. Das haben wir schon umgesetzt:
Kauf vom Hamsi
Ein 300 m² großes Seminarhaus mit 7.000 m² Grundstück, alten Bäumen und viel Platz für Seminare
und alles, was Spaß macht.
Glasfaser
Schnelles Internet auf Teilen des Geländes — flächendeckend bis Mitte 2027.
Streuobst- & Blühwiese
Vorbereitung einer 1.000 m² großen Fläche zur Streuobstwiese und das Aussäen einer Blühwiese.
Beteiligungsprozess
Gemeinsam mit den Dauercampern und in Kooperation mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung
Eberswalde haben wir neue Formate etabliert: einen Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten,
Begegnungsformate wie Spieleabende und Kinderdisko sowie gemeinsame Ausflüge.
Bebauungsplan
Der Bebauungsplan für den Campingplatz wird Schritt für Schritt vorangetrieben.
Pionierflächen & Infrastruktur
Die Planung für die Umgestaltung der Pionierflächen, die Zentralisierung von Rezeption und sozialem
Zentrum, Smart Camping sowie eine biologische Kläranlage mit Regenwassersammelanlage sind in vollem Gange.
Woher wir kommen
Von der alten Ziegelei zum Sehnsuchtsort der Berliner, vom DDR-Zeltplatz zur Geburt
des Urwaldkiezes — dieser Ort erzählt seit über 300 Jahren Geschichten.
Die Feldziegelei wird erstmals erwähnt. Die romantische „alte Ziegelei" zwischen Gamensee und
Mittelsee ist zu dieser Zeit die bekannteste in der Region. 1740 wird neben der Ziegelei ein
Teerofen gebaut. 1745 entsteht in der Nähe der Tonkute eine neue Ziegelei mit Wohnhaus und einem
riesigen Schornstein zum Brennen der Ziegelsteine; aus der Tonkute wurde der nötige Lehm entnommen.
Der Schornstein wurde Mitte der 50er gesprengt — das Areal besteht nicht mehr.
In den 20er- und 30er-Jahren wuchs die Bekanntheit des Ortes, und der Gamengrund wurde zu einem
der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner. Tiefensee trug die Bezeichnung Luftkurort und hatte
sieben Gaststätten. An den Wochenenden wurden Sonderzüge und Busse eingesetzt. Besonders die vielen
Tanzveranstaltungen waren bei den Berliner Gästen sehr beliebt.
1925 wurde am Gamengrund eine Jugendherberge erbaut, 1937/38 eine größere mit 150 Plätzen neu
errichtet. Diese brannte am Abend des 19. April 1945 ab, bevor die Rote Armee in Tiefensee einzog.
1943 bis 1944 entstand ein Bunkerbau am See nahe der damaligen Jugendherberge. Sinn und Zweck sind
bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Bunker wurde Ende 1945 durch die Wehrmacht gesprengt, Mitte
der 50er ein zweites Mal.
Ein beliebter Campingplatz mit Klappfixen und Gemeinschaftsduschen. Hier begann die Tradition der
naturnahen Erholung, und die ersten Dauercamper etablierten sich. Der Platz war ein Ankerpunkt für
einfache, naturverbundene Erholung.
Nach der Wende wurde der Ort in privater Hand als Erholungsdomizil weitergeführt und machte den
Sprung in die neue Zeit.
Felix hat den Platz zu einem erfolgreichen Tourismusstandort ausgebaut. Er ist heute
Geschäftsführer der Waldkiez Tiefensee GmbH.
Die Abkehr von privater Gewinnmaximierung hin zu gemeinschaftlichem Eigentum. Sie führte zur
Gründung der Urwaldkiez AG und zum Kauf eines ersten eigenen Grundstücks — unserem Hamsi.
Wohin wir wollen
Wir möchten einen Ort schaffen, den wir gemeinschaftlich besitzen und gestalten können — zum Leben,
Lieben, Feiern, Experimentieren und Sein, in Einklang mit uns und unserer Umwelt. Dabei sehen wir unser
Fortschreiten als prozessorientiertes Handeln, das lebendig sein darf und vielen Menschen die Möglichkeit
zum Mitgestalten geben soll. Dazu möchten wir den Campingplatz „Waldkiez" in wenigen Jahren kaufen.
Prinzipien
Um uns und anderen eine Richtung zu geben, haben wir Prinzipien für unser Zusammenwirken verfasst.
Wir möchten hier einen Ort schaffen, der es ermöglicht, sich von angestammten Konventionen zu
befreien. Deshalb ermutigen wir alle Menschen, ihre innersten Bedürfnisse zu finden und diese zum
Ausdruck zu bringen. Wir möchten einen Safer Space schaffen, der freie Entfaltung begünstigt und
fördert. Weiterhin wollen wir einen Ort der Begegnung schaffen, der persönliches Wachstum und
Entwicklung unterstützt.
Wir sind eine offene Gemeinschaft, und jeder Mensch, der möchte und sich zu unseren Werten bekennt,
ist grundsätzlich willkommen. Wir verstehen uns auch als Teil eines Netzwerkes nachhaltig
orientierter Orte und einer soziokulturellen Bewegung.
Wir möchten eine Gemeinschaft bilden und ermutigen alle Menschen, die hier auf den Platz kommen,
sich in ihrem Rahmen und ihren Möglichkeiten zu beteiligen, um diesen Ort noch schöner werden zu
lassen. Dabei ermutigen wir alle, ihre Visionen zu teilen und gemeinsam mit anderen Menschen
voranzutreiben.
Alle Menschen sind für uns gleich. Wir behandeln sie deshalb im Rahmen der ihnen zustehenden Rechte
und Pflichten gleich.
Wir nehmen Rücksicht auf unsere Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer. Dabei bekennen wir uns zu
einem Leben im Einklang mit der Natur und respektieren die Bedürfnisse anderer Lebensformen
gleichermaßen wie die unseren. Wir nehmen Rücksicht auf das Leben im Wald und im See und beschützen
diese Habitate.
Wir bekennen uns dazu, Verantwortung zu übernehmen. Dabei ermutigen wir jeden, die eigenen inneren
Ressourcen zu entdecken, auf sie zu vertrauen und gut für sich zu sorgen. Nur so können Kapazitäten
frei werden, die mit unserem Ort und anderen geteilt werden können.
Darüber hinaus bekennen wir uns dazu, uns an Absprachen und Regeln zu halten, die wir zum Wohle
aller erarbeitet haben — seien es diese Prinzipien, die Platzordnung oder nationale Gesetzgebungen.
Ein Dorf zum Leben
Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Menschen nicht nur klassisch Urlaub machen, sondern intensiv und
saisonübergreifend verweilen, wirken und sich entfalten können. Durch den gezielten winterfesten Ausbau
unserer gemeinschaftlichen und privaten Rückzugsorte erweitern wir die klassische Campingsaison. Wir nutzen
die funktionierende Struktur unseres Campingplatzes, um darauf ein echtes Miteinander wachsen zu lassen —
ein Dorfgefühl im Wald. Wir wollen den Boden für immer vom Markt nehmen und uns neben Individuen vor allem
Gruppen öffnen, die einen Ort suchen, um zu wirken und sich zu verwirklichen.
→ Dazu möchten wir den Campingplatz in wenigen Jahren erwerben.
Das Fundament ist gelegt
Wir haben eine Struktur geschaffen, indem eine Aktiengesellschaft gegründet wurde, die inhaltlich
mitgestaltet und finanziell partizipiert, eine Immobiliengesellschaft, die Grund und Boden besitzt und
somit sichert, eine bereits existente Betreibergesellschaft modernisiert — und wir werden Vereine ins
Leben rufen, die Leben in die Bude bringen (den Platz inhaltlich mit Leben füllen → Events, Seminare,
Gärtnern etc.).
Strategie & VisionUrwaldkiez AG
BetriebWaldkiez GmbH
Leben am PlatzWaldkiez e.V.
Grund & BodenWaldkiez Immobilien GmbH
Auf lange Sicht soll so die Teilhabe auf verschiedenen Ebenen und in
verschiedener Intensität möglich werden — sodass jeder Mensch in jeder Lebenssituation das richtige Maß
an Beteiligung für sich finden kann.
Wir stellen uns den Herausforderungen unserer Gegenwart
Ökologische, ökonomische und soziale Krisen mehren sich, die gesellschaftliche Spannung steigt. Mieten
und Lebenshaltungskosten in Städten wie in und um Berlin steigen kontinuierlich. Das gewohnte
Konsumverhalten, einschließlich kostspieliger Fernreisen, wird für viele Menschen zunehmend herausfordernd
bzw. schlichtweg zu teuer.
Geschäftsbereich 1
Dauercamping
Der Bereich für Dauercamping ist seit den 1960er-Jahren stetig gewachsen und mit 60 % vom Umsatz die
Einnahmequelle, auf die wir weiter verstärkt unser Augenmerk legen. Viele unserer langjährigen Pächter
fragen sich zunehmend, ob sie ihren Platz als eine Art „zweites Zuhause" nutzen wollen — einige ändern
ihre Gewohnheiten und planen ihre Ausgaben anders. Gleichzeitig entdecken immer mehr junge Camper und
Menschen, die dem Stadtleben zeitweise oder dauerhaft entfliehen wollen, diese Möglichkeit für sich.
Diese neue Gruppe hat eigene, frische Vorstellungen davon, was Dauercamping bieten soll.
Hier setzen wir an: Wir schaffen winterfeste Ankerpunkte in der Natur, ausgestattet mit zuverlässigem
Wasser und Strom, die es Menschen ermöglichen, ihren Lebensmittelpunkt bewusst und saisonübergreifend
in die Natur zu verlagern.
Dabei liefern wir kein starres Produkt von der Stange, sondern laden euch explizit zu einem gemeinsamen
Gestaltungsprozess ein. Jede:r, der Teil dieser Gemeinschaft wird, kann sich nach eigenem Ermessen
einbringen und den Ort aktiv mitentwickeln. Schwerpunkte sind Community Gardening mit ganzjährigem
Anbau von Obst und Gemüse, Kinderbetreuung, Wellness und Seminarangebote.
Geschäftsbereich 2
Tourismus
Unser zweiter Geschäftsbereich bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Auch hier vollzieht sich ein Wandel:
Klassische Fernreisen sind aufgrund gestiegener Kosten, aber auch ökologischer Bedenken für viele
weniger zugänglich geworden. Die Reiselust orientiert sich zunehmend an erschwinglichen,
klimafreundlichen Möglichkeiten. Urlaube im Inland oder in nahen europäischen Regionen rücken wieder
vermehrt in den Fokus.
Wer mit dem eigens ausgebauten Wohnmobil auf ausgedehnten Nah- und „Slow Tourismus" unterwegs ist,
Natur erleben und Projekte kennenlernen möchte, Entschleunigung und Erholung sucht und dabei überall
mitmachen oder remote arbeiten kann, findet bei uns seinen Platz.
Fazit
Wir verstehen uns als Labor für erlebbaren, realitätsnahen
Mitmach-Tourismus — für gut erreichbare, naturnahe Orte mit vielfältigen Angeboten.
Im Zentrum unseres Platzes steht in Zukunft eine zentrale Anlaufstelle — ein
natürlicher Hotspot — mit einer in die Gastronomie integrierten Rezeption und einem ergänzenden
digitalen Check-in als Treffpunkt und Austauschort. Zusätzlich bieten wir moderne Workation-Angebote
wie Coworking-Spaces. An den Wellness-, Sport- und Healing-Angeboten der Community können auch
Anwohner:innen und Touristen teilnehmen — so entstehen natürliche Begegnungspunkte.
Mitmachen & investieren
Beteiligung
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